Die Region "Thüringer Kräutergarten / Olitätenland"
Der Thüringer Kräutergarten / Olitätenland ist eine Waldregion von 240 km²
im östlichen Thüringer Wald, die aufgrund der besonderen geologischen und geografischen Bedingungen
über einen großen Artenreichtum an Kräutern verfügt. Schon vor Jahrhunderten wurden
und noch heute werden hier Kräuterliköre und Naturheilmittel, die so genannten Olitäten
hergestellt. In einem Taschen-Fremdwörterbuch von 1866 wird er Begriff "Olitäten" wie folgt erklärt:
"Olitäten, Oele besonders wohlriechende + heilkräftige". Und in Meyers Konversationslexikon, Bd. 12 von
1877 findet sich folgende Erklärung des Begriffs: "Olitäten, alle Arten von Ölen und Essenzen und
wohlriechenden Wässern etc., welche in Waldgegenden als Arzneimittel und Parfümerien fabriziert und von
umherziehenden Olitätenhändlern in den Handel gebracht wurden." Die Olitätenhändler, auch
Buckelapotheker genannt, organisierten ab dem 17. Jahrhundert den Vertrieb der Olitäten durch eine
Auslieferung per pedes in Deutschland, aber auch in ganz Mitteleuropa. Sie trugen zum Transport der Olitäten
ein so genanntes "Reff" auf dem Rücken, auf dem die Olitäten säuberlich verpackt waren und nutzten
für den Vertrieb das Netz der "Olitätenwege", die so genannten "Striche" (=Routen). Tagestouren
von bis zu 70 km am Tag waren dabei keine Seltenheit. Mit der Entwicklung des Olitätengewerbes ging auch die
Belebung weiterer Erwerbszweige des Thüringer Waldgebirges (Glasherstellung, Schachtelmacherei,...) einher.
Damit zog auch etwas Wohlstand in die ansonsten arme Waldregion ein. Mit dem "Krankenkassengesetz" von 1884 und
weiteren das Olitätengewerbe einschränkenden Gesetzen begann der allmähliche Niedergang des Gewerbes.
Die letzten Vertreter des Olitätengewerbes übten ihre Handelstätigkeit aber noch bis nach dem
2. Weltkrieg aus. Dies erklärt auch, dass der Begriff "Olitäten" noch bis 1963 im "Duden" zu finden war.
Das Olitätengewerbe hat eine für Deutschland einmalige Tradition. Die Olitätenhändler /
Buckelapotheker stehen als "Medizinmänner" des Thüringer Waldgebirges symbolhaft für die Region.
Dieses Gewerbe ist auch heute noch nicht erloschen, sondern einige Hersteller der Region setzen die alten Traditionen
der Heilmittelherstellung in modernen Betrieben bzw. auch in Apotheken fort. Ebenso werden in der Region
Kräuterliköre und weitere Likörspezialitäten traditionell in mehreren Familienbetrieben
hergestellt. Auch durch Mitglieder des Fördervereins "Olitätenwege im Thüringer Kräutergarten"
e. V. wurde die Herstellung traditioneller Olitäten nach alten Original-Rezepturen wiederbelebt.
Die deutschlandweit einmalige Tradition des Olitätengewerbes symbolisieren die nachfolgenden Figuren
auf originelle Weise:
"Kräutermieze Flori" - Kräutersammeln

"Laboriermaus Destillo" - Olitätenherstellung

"Olitätenkater Ranzl" - Olitätenhandel

Kaufen kann man diese putzigen Figuren natürlich bei uns auch - als Motive auf Sonderetiketten einheimischer
Kräuterspirituosen!